Archiv der Kategorie ‘Faszination Traum’

Wie man mit Träumen richtig umgeht

Traumdeutung
 
Mägi Hess
19. August 2020
von Mägi Hess
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Träume zu verstehen, ist nicht schwer, sagt der deutsche Traumforscher Michael Schredl. Der Psychologe leitet das Schlaflabor am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim. Schredl räumt in einem GEO-Interview mit einigen gängigen Annahmen zum Thema Träume auf.

Weshalb in Träumen die unterschiedlichsten Personen auftauchen: «Personen haben keine besondere Bedeutung. Sie können sich das Traumbewusstsein wie einen Regisseur vorstellen, der ein Skript vor sich hat und dazu die passenden Bilder und Darsteller aussucht.»

Warum zwischen den «Traum-Darstellern» oft kein erkennbarer Zusammenhang besteht: «Das Bewusstsein hat im Traum Zugriff auf Erinnerungen, die im Wachzustand nicht zugänglich sind – weil jene Teile des Gehirns, die Gedanken sortieren und logisch verknüpfen, weitgehend inaktiv sind. So führt das Traumbewusstsein nicht nur eine aktuelle Situation vor Augen, es lässt darin auch Erinnerungen an andere, lange zurückliegende Abschiede wieder aufleben.»

Weshalb es überholt ist zu meinen, Träume seien voller verdeckter Botschaften, die man nur durch genaue Analyse entschlüsseln kann: «Für mich liefern Träume schlicht Anregungen, im Wachzustand über etwas nachzudenken. Zwar kommt man meist nicht „über Nacht“ zu neuen Erkenntnissen. Aber wenn sich nach einiger Zeit das Gefühl einstellt, ich kann bestimmte Verhaltensmuster genauer erkennen, womöglich konstruktiv verändern – dann war die Traumarbeit erfolgreich.»

Wie man mit Albträumen umgehen sollte: «Gerade mit Albträumen sollte man sich unbedingt auseinandersetzen. Das ist oft die einzige Möglichkeit, sie loszuwerden. Man sollte die Traumhandlung zunächst aufschreiben oder aufzeichnen, mit allen Details. Dann kann man darangehen, den Traum umzuschreiben. Man erfindet, zum Beispiel ein Fabelwesen, das die verfolgenden Monster besiegt. Die neue Wendung ruft man sich von nun an täglich ins Gedächtnis. In etwa 80 Prozent aller Fälle verschwinden die Albträume bereits nach zwei Wochen.»

Was es bringt, sich mit den eigenen Träumen zu beschäftigen: «Ich glaube, dass die Auseinandersetzung mit den eigenen Träumen jedem weiterhilft, unabhängig vom psychischen Befinden. Träume können lehren, die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen, und sie geben immer wieder kreative Anregungen.»

Wenn sich Träume verblüffend ähneln

Sleeping girl. Flight in a dream. White linen flies through the air. Light gray background
 
Mägi Hess
4. März 2020
von Mägi Hess
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Träumen ist etwas sehr Persönliches. Müsste man meinen. Doch wenn Menschen von ihren Nachtfantasien erzählen, gleichen sich diese oft auf überraschende Weise. Egal, woher die Menschen stammen oder wo sie leben. Die einen fallen in ihren Träumen ins Bodenlose, andere erscheinen unvorbereitet zu einer Prüfung oder träumen, wie sich ihr Körper in die Luft erhebt und davonfliegt. Experten sprechen von «universellen Träumen». Was diese Übereinstimmungen bedeuten, darüber sind sich Traumforscher nicht einig. Die nahe liegendste Erklärung besagt, dass häufig vorkommende Motive Gefühle und innere Konflikte widerspiegeln, die viele Menschen irgendwann beschäftigen. Und die sich in Träumen auf ähnliche Weise bemerkbar machen. Flugfantasien beispielsweise können ein Gefühl der Erleichterung darstellen, etwa wenn der Träumende eine Prüfung hinter sich gebracht hat. Das Motiv des unkontrollierten Sturzes kann signalisieren, dass man etwas im Leben nicht unter Kontrolle hat oder man von Ängsten geplagt wird. Allerdings lässt sich nie mit letzter Sicherheit sagen, was tatsächlich die genauen Ursachen universeller Träume sind. Dafür ist die menschliche Psyche zu komplex – und das Leben als Ganzes ist es ohnehin.

Heute ist der Welttag des Buches

Buch zum Thema Träume
 
Guido Stutz
23. April 2015
von Guido Stutz
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Je mehr ich las, umso näher brachten die Bücher mir die Welt, um so heller und bedeutsamer wurde für mich das Leben. Maxim Gorki

Ja, das Leben ist beeindruckend mit seinen unterschiedlichen Facetten – auch jene, die für uns ein Stück weit immer ein Geheimnis bleiben werden, wie der Schlaf und unsere Träume. Wir empfehlen Ihnen dazu ein faszinierendes Buch, das uns begeistert: «TRÄUME – EINE REISE IN UNSERE INNERE WIRKLICHKEIT». Stefan Klein erzählt verständlich und spannend, was Träume über uns sagen, wie sie uns neue Horizonte eröffnen und wie wir sie als Inspiration nutzen können. Eine einzigartige Entdeckungsreise in unsere innere Wirklichkeit.

Wach sein – und weiter träumen

Guido Stutz
10. Oktober 2014
von Guido Stutz
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Descartes, der grosse Zweifler der Philosophie, fragte sich, wie er sicher sein könne, dass er wach ist. «Wie oft kommt es vor», schreibt er, «dass der nächtliche Traum mir sagt, ich sei hier, mit dem Rock bekleidet, sitze am Kamin, während ich doch mit abgelegten Kleidern im Bette liege!» Dieser Gedanke führte Descartes zu seinem berühmten Zweifel und schliesslich zu dem Satz «Ich denke, also bin ich»: Ob wach oder träumend und was es „da draussen“ auch immer geben mag, mich selbst gibt es auf jeden Fall. Das bestätigen in der Zwischenzeit auch Schlafforscher. Ein Mensch ist sein eigener Fixpunkt. Er bleibt sich selbst, ob er wacht oder schläft – allerdings kann er sich nie sicher sein, was er gerade tut.

Neurophysiologisch hat dieses Rätsel eine einfache Lösung: Wachen und Träumen kann man nicht sicher unterscheiden, weil es keinen wesentlichen Unterschied gibt. Das Gehirn hat kein Traummodul. Wir träumen mit denselben Hirnarealen, verknüpft in denselben Netzwerken, mit denen wir tagsüber die Welt erleben. Schlafbewusstsein und Traumbewusstsein beruhen auf den gleichen neuronalen Prozessen. «Wir halluzinieren dauernd»“, sagt der indische Hirnforscher V.S. Ramachandran, «und was wir Wahrnehmung nennen, sind einfach jene Halluzinationen, die am besten zu den aktuellen Sinnesdaten passen.»

Ich hatte einen Traum

Traum
 
Silvana Arni
6. Oktober 2014
von Silvana Arni
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Es schaukelt, dröhnt und kracht. Überall ist Wasser, mir ist schlecht vor Angst. Ich bin auf der Titanic und suche einen Weg aus dem Schiffsbauch heraus. Auf dem Rücken trage ich einen Rucksack.

Ich begegne keinem Menschen, weit weg höre ich lautes Geschrei. In der Ecke eines Raumes entdecke ich auf einmal einen Mann. Er steht da und schaut mich an: «Gib mir deinen Rucksack und geh durch die Tür hinter dir.»

Ich runzle die Stirn: «Was willst du mit meinem Rucksack? Er gehört mir, da drin ist alles, was ich habe.»

«Gib mir deinen Rucksack und geh durch die Tür hinter dir», wiederholt er.

Ich überlege nicht länger – die Alternativen sind bescheiden – ziehe meinen Rucksack ab, werfe ihn in die Arme des Mannes und gehe durch die Tür… und bin auf einer Blumenwiese. Die Sonne scheint, die Vögel pfeifen. Ich bleibe erstaunt stehen – und erwache…