In der Dämmerzone, zwischen nicht mehr wach sein und noch nicht schlafen, verschwimmen Traum und Wirklichkeit, weil die Grosshirnrinde die Signale nicht mehr klar sortieren kann. Das Gute daran: Mit dem Schwinden des Wirklichkeitsinns wächst der Möglichkeitssinn – und diesen gilt es unbedingt zu beachten! Beweis gefällig? Zum Beispiel: Eine der wichtigsten Entdeckungen in der Chemie (die ringförmige Struktur des Benzolmoleküls), wurde im hypnagogen Schlummer (Grenzstadium zwischen Wachen und Schlafen) von August Kekulé gemacht. Den Gedankenschritt, den er dazu machen musste, war ihm wegen der verbindenden, verknüpfenden und vernetzenden Logik des Schlafbewusstseins möglich, welches das gemassregelte Wachdenken auf beeindruckende Weise übertrumpft.
Es gibt kein Rezept, wie Sie bewusster in den Schlaf gleiten können, Sie müssen es einfach tun. Und dabei aufmerksam sein. Achten Sie darauf, wie sich Ihr Bewusstsein wandelt, während Sie wegdämmern. Wichtig dabei ist, dass Sie nicht zu müde sind, sonst wandern Sie zu schnell in den Tiefschlaf.

