Dem Rätsel des Schlafs auf der Spur

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Armin Vollmer
6. Januar 2021
von Armin Vollmer
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Der Schlaf ist eines der grossen, offenen Geheimnisse für Forschung und Medizin. Was genau geschieht nachts im Gehirn? Wie wichtig ist erholsamer Schlaf für unser Wohnbefinden? Zwar dringen Wissenschaftler immer tiefer in die Materie ein, fahnden im Schlaflabor nach Ursachen für Schlafstörungen und veröffentlichen ihre Erkenntnisse in Studien. Doch vieles bleibt trotzdem unerschlossen – die Glücksformel für dauerhaft guten Schlaf ist noch nicht gefunden.

Gehirn wird ausgemistet

Was wir wissen: Während wir schlafen, organisiert sich das Gehirn um, indem Nervenzellen neu miteinander verknüpft, Bindungen verstärkt oder aufgelöst werden. Und das Gehirn wird im Schlaf gewartet und ausgemistet, von beschädigten Zellen, Proteinen und Stoffwechselprodukten befreit. Passiert beides nicht, werden wir krank. Forschende der University of California in Los Angeles haben in einer grossen Studie untersucht, wie diese beiden Aufgaben von Schlaf mit der kindlichen Entwicklung verknüpft sind.

Abrupter Wechsel

Ihre Erkenntnisse belegen, wie wichtig guter Schlaf im Kleinkindalter für die weitere gesunde Entfaltung des Menschen ist. Was die Forscher so bisher noch nicht belegen konnten: Bis zum Alter von zweieinhalb Jahren kümmert sich das Gehirn vor allem um Aufbau und Organisation der menschlichen Schaltzentrale. Dann gibt es einen abrupten Wechsel. Ab diesem Zeitpunkt ist Schlaf mehrheitlich für Reparatur- und Wartungsarbeiten im Gehirn da. Zusätzlich nimmt der Anteil des REM-Schlafes – die Traumschlafphase – laufend ab.

Ein Schritt weiter

Die Funktion des Schlafs verändert sich also mit dem Altern, quasi vom ersten Atemzug an. Was heisst das für uns? Wir sind einen Schritt weiter auf dem beschwerlichen Weg, das Rätsel des Schlafs zu lösen.

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