Posts markiert mit ‘Schlafmangel’

Was uns immer weniger schlafen lässt

Sozialer Jetlag
 
Markus Scherrer
9. November 2016
von Markus Scherrer
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Längere Arbeitszeiten, ständige Erreichbarkeit, Stress – das lässt uns Menschen immer weniger schlafen. Wir gehen später ins Bett und stehen trotzdem früh auf. Wer immer wieder auf den Schlaf verzichtet, leidet eines Tages unter Schlafstörungen – das ist bei einem Drittel der Schweizer Bevölkerung der Fall. So gerät unsere innere Uhr, die das Gleichgewicht von Aktivität und Erholung regelt, aus der Balance und das bekommt uns nicht gut. Der Schlafmangel hat Folgen: Wer ständig übermüdet ist, hat z.B. eine schlechte Reaktionszeit, denn zu wenig Schlaf hat dieselbe Auswirkung auf unseren Körper wie Alkohol.

„Gebt den Leuten mehr Schlaf und sie werden wacher sein, wenn sie wach sind“ – empfiehlt Kurt Tucholsky. Schlaf kann man leider niemandem geben, Schlaf muss sich schon jeder selber gönnen und wer das tut, der macht die Erfahrung: Genügend Schlaf erhöht die Lebensqualität! Morgens erholt aufwachen bedeutet, sich gut fühlen und bereit sein für einen Tag mit vielseitigen Herausforderungen. Diese Bereitschaft im Körper zu fühlen, animiert uns zu Höchstleistungen.

Es ist die leere Zeit, die besonders kostbar ist!

24/7: Late Capitalism and the Ends of Sleep
 
Sandro Corpina
3. Oktober 2014
von Sandro Corpina
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Descartes, Hume und Locke gehörten zu den ersten, die den Schlaf wegen seiner angeblichen Irrelevanz für Verstand und Erkenntnis in Misskredit brachten. Heute haben wir eine globale Infrastruktur des pausenlosen Einkaufens, Arbeitens und Kommunizierens.

Pausenlos, das heisst 24 Stunden am Tag, an sieben Tagen der Woche. Antischlafmittel sind das neue Lifestyleprodukt, um dauerhaft leistungsfähig zu bleiben. Dabei blieb der Schlaf, während die anderen Grundbedürfnisse wie Hunger, Durst und Sex schon früh finanziell ausgeschlachtet wurden, lange Zeit der einzige nicht kontrollierbare Rückzugsort vor den Zwängen des Kapitalismus.

Noch vor hundert Jahren verbrachten die Menschen regelmässig zehn Stunden schlafend. Der heute allgegenwärtige Schlafmangel ist Symptom eines beschleunigten Lebens, bei dem die persönlichen Gedanken und Gefühle an den Rand gedrängt werden. «Ab ins Bett, schliesst die Augen», fordert uns Jonathan Crary daher auf, damit wir uns in den Gefilden der Pause und der vermeintlichen Leere zumindest zwischendurch befreit fühlen können.

«24/7 – Schlaflos im Spätkapitalismus» (Wagenbach Verlag)
Ein Buch von Jonathan Crary, Kunstkritiker, Essayist und Meyer-Schapiro-Professor für moderne Kunst und Theorie an der Columbia University in New York.

Napoleon, der unglaubwürdige Kurzschläfer

Albert Roth
24. März 2014
von Albert Roth
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«Vier Stunden schläft der Mann, fünf die Frau, sechs ein Idiot» erklärte Feldherr Napoleon.

Allerdings wirkte sein geringes Bedürfnis nach Schlaf nicht gerade beeindruckend, dämmerte er tagsüber doch oft weg, manchmal sogar reitend auf seinem Pferd. Ob er damit auf seine sechs Stunden gekommen und sich zu den Idioten hätte zählen müssen? Das wissen wir leider nicht.

Zu wenig Schlaf wirkt sich aus wie Alkohol

Sandro Corpina
17. März 2014
von Sandro Corpina
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Viele von uns sollten am Freitag nicht mehr Auto fahren, meinen Forscher. Denn wer 10 Tage nur 6 Stunden geschlafen hat, befindet sich in einem Zustand, als hätte er 1 Promille Alkohol im Blut.

Schlafmangel wirkt sich aber nicht nur auf die Aufmerksamkeit aus. Auch die Glukosetoleranz sinkt, das Diabetesrisiko steigt, das Immunsystem arbeitet weniger effizient. Die Folgen von Schlafmangel, so schätzen Forscher, verursachen jedes Jahr allein in der Schweiz Kosten von 1, 5 Milliarden Franken.